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COVID-21, eine Zwischenbilanz

COVID-21, eine Zwischenbilanz

Das Coronavirus ist seit 2019 allen bekannt und hat sich in einem Jahr über den gesamten Planeten verteilt. Wir bekamen tägliche Updates zu einigen Zahlen, vor allem zu Neuerkrankten und Todesfällen… Diese Zahlen lassen sich wohl publizistisch vermarkten, um Laien zu erschrecken, haben allerdings ohne Bezugsgrößen keinen wirklichen Wert.

Wie groß ist jetzt eigentlich die Katastrophe?

Die erste stabile bundesweite Sterbefall-Statistik seit COVID-191 ist zum Jahresende 2020 vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht worden. Es waren in dieser Zeit in Deutschland ca. 950 Tausend Todesfälle zu verzeichnen, 11 Tausend Tote weniger als im Vorjahr. Die Zahlen schwanken zwischen 910 und 950 Tausend Todesfällen p.a. im langjährigen Mittel. 120 Tausend sind an den Folgen von Nikotinabusus gestorben2. Hinzu kommen ca. 100 Tausend abgetriebene Kinder, die von der deutschen Perinatalen Sterbefall-Statistik nicht erfasst werden3. Beide Gruppen betreffen vermeidbare Todesfälle, die bewusst in Kauf genommen werden.

Daneben verblassen die 35 Tausend „Corona-Toten“, von denen ein unbekannter Teil wegen COVID-19, der Rest nur mit positivem COVID-19-Labortest starb.

Was ist sicher?

  1. Bisher liegen wir im internationalen Vergleich in Deutschland sehr gut im Rennen. Wir sollten dankbar sein, dass verantwortungsvolle Politiker ihre Autorität zu unser aller Wohl einbringen.
  2. Die Informationslage ist inflationär: damit wir alle unser „Recht auf Information“ erhalten, werden die Daten immer schneller und oft ohne ausreichende Aufbereitung in die Pressemeldungen gekippt, um dann von Nicht-Fachleuten diskutiert zu werden. Es ist sicher unmöglich, dieses Dilemma aufzulösen. Der wissenschaftliche Austausch braucht seine Zeit und es benötigt eine wissenschaftliche Ausbildung, um daran teilzunehmen. Auch wenn man ein „Recht auf Information“ zugestehen möchte… ohne angemessene Interpretation durch den Arzt seines Vertrauens bleibt ein Patient der Desinformation ausgeliefert und kann bestenfalls Halbwissen erlangen.
  3. Auch Ärzte sind angewiesen auf verifizierte Information. Sie beziehen ihr Wissen aus einer wissenschaftlichen Ausbildung, aus der klinischen und praktischen Erfahrung, aus Fortbildungsveranstaltungen und guter Fachliteratur. Auch hier unterscheiden wir „Bildzeitungsniveau“ von guten Review-Artikeln, welche eine Übersicht über die gesamte Studienlage, also über viele renommierte Studien bieten. Naturgemäß brauchen auch diese Veröffentlichungen Monate bis Jahre Vorlauf. Erst in 2021/22 kann man auf saubere statistische Daten zugreifen und zuverlässige Studien anbieten.

Das Nachbeben

Die Folgen der Pandemie kann man nicht allein in „Todesfällen“ oder „Übersterblichkeit“ messen. Die psychischen und vor allem die wirtschaftlichen Folgen der Hygienemaßnahmen erscheinen viel dramatischer. Der Corona-Hype bedeutet für einzelne Wirtschaftszweige einen unerwarteten Erfolg, für andere große Einbußen, für manche Firmen und Familien das Ende.

Überraschungen, die keine sind

Nach vielen Mutmaßungen und Schuldzuweisungen kristallisiert sich heraus, dass der Erreger schon im ersten Monat in Italien mutiert hat und dies munter fortsetzt bis zu den aufregenden Varianten in Südafrika, Indien und England.

Wir haben einen Impfstoff, der wohl regulär geprüft und zugelassen ist, aber die Wirksamkeit davon kann nur geschätzt (geglaubt) werden. Das Etikett der Pandemie heißt „COVID-19“, der Erreger mutiert weiter. Warum heißt die indische Variante „Delta-Typ“ und nicht „COVID-21“? So kann man auch die Wahrheit verwässern. Die Langzeit-Effekte lassen sich erst nach langer Zeit erheben. In dieser Zeit macht der Erreger dasselbe, was er immer macht: er mutiert und ist auf Reisen… genau wie die Influenza. Das ist für den Wissenschaftler keine Überraschung, wird aber in der Presse gerne als solche aufbereitet.

Deutung – was ist zu raten?

Corona wird sich wohl als Kinderkrankheit etablieren wie Masern. Wer Corona hatte, ist in der Regel immun und bleibt es auch. Diese natürliche Immunisierung ist selbst nach milden Erkrankungen zuverlässiger als jede Impfung. Das belegen zahlreiche Studien4. Wer an Impfung glaubt, lässt sich sowieso impfen – wer an gesunde Ernährung und Sport glaubt, wird sein Immunsystem damit stärken, wer auf psychosomatische Mechanismen fixiert ist, versucht alles, um die Angst und die Einsamkeit zu überwinden.

Wer an Gott glaubt… muss vielleicht sein Bild vom Schöpfer und seiner Schöpfung korrigieren. Corona kann nicht die Strafe Gottes sein… Was unserer Schuld angemessen wäre, wäre größer und schlimmer. Aber wir sind noch nicht durch!

Scheinbar kommt alles anders als gedacht. Die Strategien von gestern greifen nicht zuverlässig. Neue Probleme erfordern neue Lösungsansätze .

  1. Korrektur von Haltungsschäden: Ich bin sicher, dass Mut und Durchhaltevermögen (Perseveranz) hilfreiche Haltungen sind, das Ziel zu erreichen. Wer mutlos und planlos wartet, bis die Krise zu Ende ist, wird auch danach keinen guten Start haben.
  2. Humor ist eine Gabe, die man nicht erzwingen kann. Mit Humor kann man Herausforderungen anders nehmen und leichter eine hilfreiche Sichtweise einnehmen (Reframing).
  3. Es hilft, guten Rat anzunehmen, gute Ratgeber zu nutzen, die auch in ungewöhnlichen Zeiten einen klaren Kopf bewahren. Im März las ich einen guten Artikel in der Welt mit 10 Tipps für die Quarantäne5 . Diese gebe ich gerne an Betroffene weiter.
  4. Wahrheit: Ich6 will mich nicht fangen lassen von Halbwahrheiten oder offensichtlichen Lügen, dann kann ich angemessen reagieren und wirklich helfen. Dazu brauche ich Fachwissen, zuverlässige Quellen und einen wachen Verstand.
  5. Jeden Tag frage ich: „Was ist mein Teil?“ und gehe an die Arbeit in der Praxis oder durch die Stadt. Jedes Lächeln wird dankbar zurück gegeben und oft gibt es auch Momente für einen kurzen Austausch. Die leibhaftige Begegnung ist das Highlight für jeden, der 14 Tage in Quarantäne verbringen musste.
  6. Wer keinen festen Glauben hat, sollte sich darum bemühen. In dieser Zeit wird alles erschüttert, was erschütterbar ist. Der Humanist konzentrierte sich schon immer auf das „Wahre, Schöne, Gute“. Nur was wahr und fest ist, wird Bestand haben.
  7. Ich nehme mir Zeit für Beziehungen. Die Beziehung zum Mitmenschen und zum Schöpfer ist das, was auf Dauer zählt.

Bad Homburg, 18.7.2021

  1. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle.html
  2. https://www.aerzteblatt.de/archiv/172961/Tabakatlas-121-000-Rauchertote-jaehrlich-in-Deutschland
  3. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/_inhalt.html
  4. https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/749681.html
  5. https://www.welt.de/vermischtes/article206884457/Quarantaene-Nonne-gibt-Tipps-gegen-den-Lagerkoller-in-der-Corona-Zeit.html
  6. Dr. Hein Reuter ist niedergelassener Arzt und Seelsorger seit 30 Jahren. Vita unter www.heinreuter.de